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Relaunch Analgesieatlas

Der Analgesieatlas hat in den vergangenen Monaten erstmals einen umfassenden Überblick über die präklinische Schmerztherapie in Deutschland geschaffen. Mit einer Erfassungsquote von über 95% der Rettungsdienstbereiche wird deutlich: Die Versorgungsrealität ist heterogen. Unterschiedliche Verfügbarkeiten von Analgetika, variierende Umsetzung von Handlungskompetenzen und strukturelle Unterschiede prägen das Bild.

Gleichzeitig zeigen die Daten: Eine leitliniengerechte Analgesie ist in weiten Teilen möglich, wird jedoch nicht flächendeckend einheitlich umgesetzt. Daraus ergibt sich eine zentrale Frage für die Zukunft der Notfallversorgung:
Wie schaffen wir eine qualitativ hochwertige, patient*innenzentrierte Schmerztherapie, welche unabhängig vom Einsatzort ist?
Vor diesem Hintergrund wird das Projekt Analgesieatlas künftig unter dem Dach des Deutscher Berufsverband Rettungsdienst (DBRD) fortgeführt. Mit dem DBRD als Träger ist das Projekt langfristig finanziell gesichert und erhält zugleich einen noch professionelleren organisatorischen Rahmen.

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Dabei ist uns wichtig, dass das Projekt seiner ursprünglichen Idee treu bleibt. Simon als Initiator sowie das bisherige Team werden den Analgesieatlas weiterhin aktiv betreuen und fachlich begleiten.
Die Bereitstellung von Daten im Sinne des Open-Source-Gedankens bleibt die zentrale Intention. Transparenz, Nachvollziehbarkeit und die Möglichkeit zur Weiterentwicklung durch die Fachcommunity stehen weiterhin im Mittelpunkt.
Wir arbeiten im Bereich der präklinischen Analgesie weiterhin in vielen Teilen im Blindflug. Es fehlt an zentralen Daten, an Transparenz und an belastbaren Aussagen darüber, wie gut Patient*innen tatsächlich versorgt werden. Schmerz ist kein Nebensymptom, er ist ein medizinischer Notfallindikator, ein physiologischer Stressor und vor allem vermeidbares menschliches Leid.

Der Analgesieatlas versteht sich daher nicht als Kritik an einzelnen Strukturen, sondern als Spiegel der Realität. Er macht sichtbar,

  • wo Kompetenzen genutzt werden,
  • wo sie eingeschränkt sind,
  • und wo Patient*innen profitieren oder vermeidbar leiden.

Notfallsanitäter*innen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie sind häufig die ersten Behandelnden vor Ort und verfügen über die Kompetenz, wirksame Analgesie durchzuführen. Ob sie diese Möglichkeiten nutzen können, ist jedoch häufig eine Frage der Struktur und nicht der Qualifikation.
Mit der Weiterentwicklung des Projekts unter dem Dach des DBRD wird ein entscheidender Schritt gegangen und der Analgesieatlas wird nicht nur fortgeführt, sondern gezielt ausgebaut.

 

 

dbrd.de/schmerzlandkarte

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